Der Z-Faktor im Job – für Führungskräfte
Kürzlich habe ich ein paar Gedanken zu der Frage eines Lesers geäußert, was denn Unternehmen von mehr Zufriedenheit im Job haben. Dabei konnte ich nur einige wenige Aspekte anreißen. Tatsache ist aber, dass der Z-Faktor gerade für Führungskräfte eine viel weitreichendere Bedeutung hat, als man auf den ersten Blick vielleicht vermutet: Er ist eine tragende Säule für das optimale Miteinander im Unternehmen!
Eine interessante Eigenschaft von Zufriedenheit (oder auch Unzufriedenheit) im Berufsumfeld ist, dass sie ansteckend wirkt. Ähnlich einer Grippeepidemie kann ein Keim der Unzufriedenheit dazu führen, dass sich immer mehr Mitarbeiter zunehmend unwohl fühlen.
Aber das gilt auch umgekehrt: Ein positives Umfeld und ein angenehmes Arbeitsklima machen es für alle leichter, auch mal stressigere Zeiten durchzustehen oder Rückschläge und unangenehme Situationen zu verarbeiten.
Gerade Führungskräften kommt hier eine doppelte Verantwortung zu:
- Einerseits sind sie Vorbildfunktion – im positiven wie im negativen Sinn. Jeder kennt den schlecht gelaunten Chef oder Gruppenleiter, dem man am liebsten aus dem Weg gehen möchte, und der einem selbst den persönlichen Erfolg verleiden kann.
- Andererseits ist es - gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten - wichtig, dass leitende Angestellte ein Gespür dafür entwickeln, wie es um die (Un-)Zufriedenheit einzelner Mitarbeiter mit ihrem Job bestellt ist. Es gehört zur Aufgabe einer modernen Führungskraft, die Auswirkungen auf die Gruppe und den Kollegenkreis zu beobachten und aktiv steuernd einzugreifen.
Natürlich ist nicht jede Führungskraft gleich sensibel, nicht jeder Manager hat das Wissen und die Erfahrung, nicht nur den eigenen Z-Faktor, sondern auch den der Gruppe zu beobachten und zu stimulieren. Manche sehen ihre Aufgabe eher darin, Leistung einzufordern, statt für ein produktivitätsförderndes Umfeld zu sorgen.
Auch deshalb sind die Coaching-Angebote für Unternehmen sehr wichtig und werden immer stärker nachgefragt. Nicht nur zur Betreuung einzelner Mitarbeiter, sondern um das Gespür für den Z-Faktor und seine Bedeutung in der Managementebene zu verankert. Dabei lernen leitende Angestellte an Beispielen, in Rollenspielen usw. Maßnahmen kennen, um den Z-Faktor in der Gruppe und für den einzelnen Mitarbeiter gezielt zu stärken.
Die höhere Zufriedenheit zeigt sich dabei langfristig in höherer Produktivität, mehr Kreativität und Miteinander im Problemlöseprozess, weniger Krankmeldungen und einem besseren Miteinander in der Gruppe. Faktoren, die sich natürlich auch durch das Unternehmen und darüber hinaus auf die Zusammenarbeit mit Zulieferern, Partnern und Kunden überträgt. Viele HR-Abteilungen haben daher längst erkannt, dass Jobzufriedenheit ein wichtiger Faktor am Arbeitsplatz ist, und fragen entsprechende Schulungsangebote aktiv nach.
Das Maß der Dinge zu finden, ist die feinste Wissenschaft.
— Pindar
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