Neues Jahr, mehr Zufriedenheit
Liebe Leserinnen und Leser, nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel werden wir langsam alle wieder in den Alltag zurückgeworfen. Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Zeit und ich wünsche Ihnen für das neue Jahr noch mehr Glück, Erfolg und vor allem Zufriedenheit. Doch für manche ist gerade diese Zeit eine sehr schwere, in der der eigene Z-Faktor arg unter Druck gerät. Das zeigen auch die Hilferufe von Klienten und Leserinnen, die mich in den letzten Tagen und Wochen erreichten…
Dabei sind die Gründe durchaus vielfältig, gerade jetzt eine stärkere Unzufriedenheit zu verspüren. Die nachstehende kleine Aufzählung soll Ihnen helfen, Ihre eigene Situation zu analysieren. Wenn Sie auch das Gefühl haben, das neue Jahr beginne mit mehr Unzufriedenheit, dann trösten Sie sich zunächst damit, dass dieses Gefühl viele derzeit viele überfällt.
Zunächst sind die Festtage immer auch davon geprägt, dass in Familie und Partnerschaft „enger“ aufeinander hockt. Das Wetter ist auch nicht immer dazu angetan, viel miteinander zu unternehmen. Das führt dazu, dass man sich auch schneller gegenseitig auf die Nerven fällt, zumal die Erwartungen aneinander und an die Feiertage oft überzogen hoch sind. Schnell fallen dann auch Worte, die man im Nachhinein lieber nicht gesagt und auch so gar nicht gemeint hat.
Solche Familienstreitigkeiten sind nur zu lösen, wenn man miteinander redet, aufeinander zugeht. Nicht umsonst sind der Urlaub und die Feiertage die Zeiten, in denen es am Häufigsten zu Trennungen kommt bzw. Familienstreitigkeiten eskalieren.
Hinzu kommt, dass die Feiertage, so sehr man sie auch herbeiwünscht, viel Stress bedeuten. Die Erwartungshaltung aller ist ebenso hoch wie unterschiedlich - wer nicht im Vorfeld miteinander redet überlässt es dem Zufall, dass letztlich alle zufrieden sind. Und die Wahrscheinlichkeit für diesen Zufall ist nicht sehr hoch.
In vielen Familien herrscht das Motto: Same procedure as every year, James! Keiner hat laut gesagt, was ihm im vergangenen Jahr schon nicht gefallen hat. Also alles wie immer. Der Wunsch nach Abwechslung - so groß er auch sein mag - erscheint unangebracht, denn schließlich ordnet man sich den Wünschen der anderen unter. Dass es denen vielleicht genauso geht, bleibt dabei oft unbemerkt.
Und dann ist da das Problem, dass der Jahreswechsel von vielen auch als ein Abschnittwechsel angesehen wird. Wer im alten Jahr unzufrieden im Job oder in der Partnerschaft war und nichts geändert hat, dem wird plötzlich klar, dass er wieder ein Jahr vertan hat.
Dieser Eindruck ist natürlich reichlich überzogen: Nur weil das kalendarische Datum von 2009 auf 2010 springt, bedeutet das ja nicht, dass eine Chance verspielt wäre. Sie können jederzeit etwas tun, um zu mehr Zufriedenheit in Job, Partnerschaft und Freizeit zu finden - am 31.12. ebenso wie am 3.1.! Wer sich dem Pseudo-Diktat des Kalenders unterwirft, um „vertane Chancen“ zu zählen, der wird seinen Z-Faktor kaum steigern können.
Und dann sind da die guten Vorsätze fürs neue Jahr: abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, ... Was sind Ihre guten Vorsätze? - Meist werden sie schon in der zweiten Januarwoche gebrochen, spätestens Anfang Februar dann ganz ad acta gelegt.
Genau darin liegt ein weiteres Prinzip, den eigenen Z-Faktor zu unterminieren: Der selbstauferlegte Zwang verbunden mit häufig gehegten Selbstzweifel („Na, ich versuch‘s mal, aber ich halte ja eh nicht durch…“) erzeugt eine Atmosphäre, in der Sie nur verlieren können. Dem Wunsch, etwas zu verändern, sollten Sie dann nachgehen, wenn er sich konkret stellt - und nicht am 1.1., weil es ja so Usus ist.
Und wenn Sie etwas verändern wollen, dann beschäftigen Sie sich aktiv damit. Reden Sie darüber, lassen Sie es andere wissen. Stellen Sie sich Ängsten und Selbstzweifeln. Und reden Sie mit anderen über Ihre Gefühle.
Das größte Problem mit der (Un-)Zufriedenheit nach den Feiertagen ist nicht das Gefühl an sich, sondern dass man es in sich hineinfrisst, es für sich behält und letztlich so das Selbstwertgefühl beschädigt und den Selbstzweifeln Vorschub leistet. Reden Sie. Tauschen Sie sich aus. Und suchen Sie gemeinsam nach Alternativen und neuen Möglichkeiten. Auch, wenn man etwas immer so gemacht hat, kann man es für die Zukunft ändern! Wagen Sie einfach mal was Neues…
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute für 2010 und viel Erfolg bei der Steigerung Ihres Z-Faktors!
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— Henry David Thoreau
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