Sackgasse!
Eben rief mich ein Klient an - Notfall! Er wisse einfach nicht mehr, was er noch machen soll. Aus ihm sprachen Wut und Zorn: Er würde von seinem Chef seit Jahren geschnitten, von Kollegen ausgebremst, käme nicht voran in seinem Job. Er habe sogar schon versucht, mit dem Chef seines Chefs zu sprechen - vergeblich.
Für mich sind solche Hilferufe nichts Außergewöhnliches. Immer wieder habe ich mit Ratsuchenden zu tun, die sich etwas in den Kopf gesetzt haben und alles versuchen, dieses (Kariere-)Ziel auf Teufel komm‘ raus zu verwirklichen. Aber sie stoßen auf unüberwindliche Hindernisse. Immer mehr reiben sie sich auf, unfähig, die Sackgasse wahrzunehmen, in die sie geraten sind.
„Wenn du etwas verändern willst, was man nicht verändern kann, dann ändere deine Einstellung dazu.“ Dieser Satz stammt nicht von mir, aber ich verwende ihn gerne in solchen Situationen.
Eigentlich ist es doch ganz einfach: Wer sich in einer Sackgasse befindet, muss umdrehen und neue Wege suchen. Die Energie, die dafür aufgewendet wird, Wut und Zorn im Griff in den Griff zu bekommen und wieder und wieder neue Versuche zu unternehmen, die Hindernisse doch noch aus dem Weg zu räumen, kann man viel besser für die kreative Lösungssuche verwenden.
Im konkreten Fall hieß das, die eigenen Ziele und die Einstellung zu den Problemen zu überdenken. Kann man seine Ziele an die Gegebenheiten anpassen? Oder sollte man sich andere Wege (und vielleicht einen anderen Arbeitsplatz) suchen, um voranzukommen?
Für die eigene Zufriedenheit ist es wichtig, sich einzugestehen, wenn man sich in eine Sackgasse manövriert hat. Aber vielfach erlauben wir uns das nicht, vergeuden unsere Energie damit, uns in Scharmützel zu begeben, anstatt das Ziel zu überdenken und neue Strategien zu suchen.
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