Verzeihen lernen
Wieder einmal ein Thema, das in meiner Arbeit mit Klienten immer wieder auftaucht: Um etwas für den eigenen Z-Faktor zu tun, muss man in die Zukunft blicken und mit der Vergangenheit abschließen können. Vielen fällt das aber schwer ...
Wenn ich mit meinen Klienten darüber spreche, dann fallen ihnen meist recht schnell Situationen ein, in denen sie Arbeitskollegen und Freunden bestimmte Dinge, Aussagen und Verhaltensweisen nicht wirklich verziehen haben. Oder von früheren Erlebnissen auf die Zukunft schließen: „Der Maier schneidet mich eh immer.“ Die Folge sind selbsterfüllende Prophezeiungen.
Wenn ich dann aber nachhake und darauf beharre, dass da noch ein anderes Element ist, dann sind viele meiner Klienten erst einmal ratlos. Und wenn ich ihnen dann aufzeige, woran ich denke, dann werden sie oft schweigsam und nachdenklich.
Können Sie sich vorstellen, worauf ich hinaus will? Es geht darum, dass wir uns häufig selbst nicht verzeihen. Wir hadern mit uns, mit vertanen Chancen und (zumindest als solchen empfundenen) Fehlern aus unserer Vergangenheit. Wir haben es nicht gelernt, uns selbst zu verzeihen!
Und so haben sich im Laufe der Jahre eine Menge Altlasten angesammelt, die wir bereuen, mit denen wir noch nicht abgeschlossen haben, derer wir uns schämen oder die wir uns selbst übel nehmen. Vergeigt, verwirkt, vertan.
Jede einzelne dieser Altlasten zieht aber nicht nur unseren Z-Faktor in die Tiefe, sondern behindert uns auch in unserer zukünftigen Entwicklung. Daher ist es so wichtig, sich selbst verzeihen zu können.
Mein Tipp: Schreiben Sie all diese Altlasten auf. Sammeln Sie sie, reflektieren Sie die Situationen. Und dann schließen Sie damit ab. Verzeihen Sie sich. Und halten Sie es schriftlich fest. Schließen Sie einen Vertrag mit sich selbst: Vorbei, erledigt, verziehen! Nur so können Sie unbelastet in die Zukunft blicken.
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