Was ist Ihnen WIRKLICH wichtig?
Unzufrieden sind wir alle mal. Nur: wenn es zum Dauerzustand wird, dann ist es Zeit, sich Gedanken zu machen. Diese Gedanken hatte sich auch ein Klient gemacht, mit dem ich kürzlich ein Erstgespräch hatte. Er hatte sich gut vorbereitet und erzählte, was alles seinen Z-Faktor runterziehen würde.
Mein Gegenüber hatte schon vieles ausprobiert, Firmen und Jobs gewechselt - aber immer kamen rasch Störfaktoren, die seine Zufriedenheit im Job immer weiter herunterzogen. Er stellte sogar - halb scherzhaft - die Frage, ob er vielleicht verflucht sein könne.
Seine Aufzählungen hatte ich so oder ähnlich schon zigfach gehört. Nichts, das auf einen speziellen Fluch hindeuten würden
Das Gespräch offenbarte mir aber auch einen zentralen Punkt, den mein Gegenüber offenbar nicht sah: Seine Unzufriedenheit war in vielen Punkten hausgemacht. Enttäuschte (aber im Grunde sowieso unrealistische) Hoffnungen und Erwartungen paarten sich mit selbsterfüllenden Prophezeiungen. Und positive Aspekte und Elemente wischte er mit einem Nebensatz weg. Der Mann machte sich einen großen Teil seiner Unzufriedenheit selbst!
Ein wenig kennen wir das alle. Aber hier war es extrem. Doch wie macht man so etwas seinem Gegenüber klar? Wenn ich zu direkt bin, bestätige ich ihn nur darin, dass ihn niemand versteht (ich auch nicht). Also versuchte ich es umgekehrt. Ich fragte ihn, wie denn ein Job aussehen müsse, in dem er langfristig zufrieden wäre. Und dann spielten wir einige Varianten durch. Schnell wurde klar: Da droht auch schon wieder Gefahr für seinen Z-Faktor! Den perfekten Job für sich konnte er nicht wirklich visualisieren.
Und genau da lag sein Problem: Den perfekten Job gibt es nämlich nicht. Höhen und Tiefen gehören dazu. Wichtig ist nur, dass Sie herausfinden, was Ihnen wirklich wichtig ist ... und dass Sie darauf achten, dass diese Werte nicht zu kurz kommen.
Für das nächste Gespräch wird sich mein Klient nun überlegen, was ihm wirklich wichtig ist. Ich bin gespannt (und bedanke mich bei ihm für die Erlaubnis, diese kleine Story hier erzählen zu dürfen).
Beginne jeden Tag, als wäre es der erste. Beschließe jeden Tag, als wäre es der letzte.
— griechisches Sprichwort
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