Z-Fragebogen: Kurt Hörtenhuber, OUPS - vom Planet des Herzens
Diesmal: Kurt Hörtenhuber, Geschäftsführer und Autor, Verlag OUPS. In einer Welt, die von Tag zu Tag komplexer, hektischer und leistungsorientierter zu werden scheint, möchte er mit den Oups-Büchern einen Kontrastpunkt setzen. Kurt ist verheiratet und hat drei Kinder. Die zauberhaften Cartoons von Conny Wolf und seine Kinder inspirierten ihn, eine Geschichte für „Oups” zu schreiben. So entstand der erste Band, „Oups vom Planet des Herzen”, der bereits in 15 Sprachen übersetzt wurde: “Oups ist für mich wie ein Sonnenstrahl, der ein bisschen Licht und Wärme in unser Herzen bringen möchte.”
Was bedeutet für dich Zufriedenheit, gerade im Hinblick auf deine Tätigkeit als Autor und Geschäftsführer?
Kurt Hörtenhuber: Zufriedenheit ist nicht unbedingt eine Frage der Tätigkeit, sondern eine Frage der Lebenseinstellung. Für mich beginnt Zufriedenheit mit Dankbarkeit. Seit ich erkannt habe, dass ich für jeden Moment in meinem Leben dankbar sein darf, erfreue ich mich eines hohen Z-Faktors. Wer darauf wartet, dass erst etwas besonders „Schönes” passieren muss, um dankbar zu sein, wird ständig in einer Erwartungshaltung leben. Wir können nicht etwas BESONDERES ernten, ohne vorher etwas BESONDERES gesät zu haben. Dankbarkeit ist der Samen für meine innere Zufriedenheit. Meine ersten Gedanken nach dem Aufwachen und meine letzten Gedanken vor dem Einschlafen sind dafür bestimmt, DANKE zu sagen. Und auch wenn es ironisch klingen mag: Ich versuche auch allen Problemen mit Dankbarkeit zu begegnen. Warum man sogar für Probleme im Leben dankbar sein kann? Weil sie uns zu anderen Sicht- und Denkweisen verhelfen … weil sie uns neue Wege zeigen … weil sie uns reifen lassen – vorausgesetzt wir versuchen zu erkennen, warum wir ein Problem angezogen haben.
Was tust du, um deinen Z-Faktor spontan zu steigern, beispielsweise wenn es gerade mal nicht perfekt läuft?
Kurt Hörtenhuber: Wenn mein Z-Faktor sinkt gehe ich in die Natur laufen oder spazieren. In der Natur kann ich zu mir selbst zu finden, was ganz wichtig ist, um meinen Z-Faktor wieder zu steigern. Besonders stark fühle mich zu Bäumen hingezogen. Bäume sind für mich eine wundervolle Kraftquelle, zu denen ich eine starke Verbindung aufbauen kann. Das kommt auch in meinen Geschichten mit „Oups” öfters zum Ausdruck.
Gibt es Situationen, bei denen du beobachtest, dass sie deine Zufriedenheit immer wieder negativ beeinflussen? Wie gehst du mit wiederkehrenden Störfaktoren um?
Kurt Hörtenhuber: Es sind nicht die Situationen, sondern ich selbst bin es, der sich immer wieder mal Störfaktoren ins Leben zieht. Als kreativer Mensch ist eine meiner Schwachstellen mein zu wenig ausgeprägter Ordnungssinn (um das Wort „Schlampigkeit” zu vermeiden). Das stimmt mich unzufrieden, weil ich mich eigentlich nach mehr Ordnung sehne. Die meisten Situationen für Unzufriedenheit sind „hausgemacht” und man kann sie nur mit Selbstdisziplin verhindern oder ändern. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass man sich nicht zu viel (Veränderung) auf einmal vornehmen sollte. Sonst sorgt die Enttäuschung über das „Nicht Erreichte” am Ende dafür, dass der Z-Faktor noch tiefer sinkt. Bei Veränderungsprozessen ist es wichtig, sich seiner „guten Seiten” bewusst zu sein und zu vermeiden, den Fokus auf seine Schwächen zu richten.
Wie schaffst du es, im Spannungsfeld zwischen Autorendasein, OUPS-Geschäftsführung und Privatem/Familie deinen Z-Faktor hoch zu halten?
Kurt Hörtenhuber: Glücklicherweise steht meine Familie nicht im Spannungsfeld zu meinem Berufsleben. Ganz im Gegenteil. Sie ist eine wichtige Quelle für meine Ausgeglichenheit. Aufgrund meiner vielseitigen Aufgaben habe ich zwar nicht gerade übermäßig viel Freizeit. Entscheidend ist aber nicht die Quantität der Zeit, die man mit seiner Familie oder mit Freunden verbringt, sondern die Qualität der Zeit. Alles, was wir in dieser Zeit „geben”, kommt vielfach zurück.
Hast du einen ganz speziellen Tipp für uns, wie du persönlich zu Ruhe und Zufriedenheit findest?
Kurt Hörtenhuber: Oups würde sagen: „Willst du das Glück berühren, lass dich von deinem Herzen führen.” Es hat sicher jeder einen anderen Zugang, den Weg zur Zufriedenheit zu finden. Eines ist jedoch sicher: Zufriedenheit findet man nicht im Außen oder allein durch materielle Dinge. Wahre Zufriedenheit ist die innere Zufriedenheit. Der Weg dazu führt über die Liebe. Der erste Schritt ist für mich Dankbarkeit, wie ich schon sagte. Der zweite Schritt heißt für mich, sich nicht mit anderen zu vergleichen, denn das führt meist zu einem Mangeldenken. Eigentlich brauchen wir nur auf unser Herz zu hören – sprich: mehr zu fühlen als zu denken – dann findet jeder für sich den Weg.
Und was ich allen empfehlen möchte, ist, Bewegung in freier Natur zu machen. Laufen ist für mich Medizin, die Glücksgefühle produziert, ist Wellness für Körper, Geist und Seele. Ich laufe dabei am liebsten alleine, in einem meditativen Rhythmus, der mir je nach Verfassung angenehm ist. Ich fühle mich dabei eins mit dem gesamten Universum. Laufen bringt mir in kürzester Zeit Ruhe und Ausgeglichenheit … führt mich zu mir selbst und lässt meinen Z-Faktor kontinuierlich wachsen. Das Schöne ist, dass man dabei Körper, Geist und Seele in Einklang bringt und sich danach ganzheitlich wohl fühlt. Das gilt natürlich auch für Wandern oder Walking. Also dann viel Spaß.
Herzlichen Dank für deine Antworten!
In der Reihe ‘Z-Fragebogen’ veröffentlichen wir die Antworten auf fünf Fragen rund um das Thema “Mehr Zufriedenheit in Job und Familie”. Die Idee dahinter: Zufriedenheit ist ansteckend, Zufriedenheit ist erlernbar! Die Antworten sollen den Lesern Anregungen geben, über ihren eigenen Z-Faktor nachzudenken und zu mehr Zufriedenheit zu finden.
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Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
— Arthur Schopenhauer
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