Z-Fragebogen: Nóra Erhardt
In unserer Reihe “Z-Fragebogen” beantwortete diesmal Nóra Erhardt, Gebietsleiterin Vertrieb Interventionelle Radiologie Boston Scientific Österreich Ost/Südost, unsere Fragen rund um den Weg zu mehr Zufriedenheit in Beruf und Freizeit.
Was bedeutet für dich Zufriedenheit, gerade im Hinblick auf deine langjährige Tätigkeit als Vertriebsmitarbeiterin?
Nóra Erhardt: Wenn man im Vertrieb langfristig erfolgreich sein möchte, ist das Thema Zufriedenheit ein essentielles. Täglicher intensiver und wiederholter Kontakt mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten erfordert ein hohes Maß an persönlicher Reife und Balance, damit jede Begegnung mit dem Kunden eine authentische und für den Kunden bereichernde ist. Die notwendige berufliche Zufriedenheit setzt sich aus vielen Faktoren zusammen: die Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung (ich darf entscheiden, wann ich am effizientesten arbeite), ein eigenes Arbeitstempo (weder gebremst zu werden, noch umgekehrt), eine konstruktive Fehlerkultur im Unternehmen, inspirierende Entwicklungsimpulse und Vorbilder im eigenen Unternehmen, Mitgestaltungsmöglichkeiten, ausreichend gute Arbeitsmittel, gute Bezahlung, gesunde Firmenkultur, gegenseitiges aufrichtiges Interesse, etc.
Was tust du, um deinen Z-Faktor spontan zu steigern, beispielsweise wenn es gerade mal nicht perfekt läuft?
Nóra Erhardt: Wenn mein beruflicher Z-Faktor leidet, gehe ich etwas auf Distanz und versuche mich auf meine positiven Erfolge im beruflichen- wie im Privatleben zu konzentrieren - ich ziehe mich in so eine Art Metaperspektive zurück, betrachte also mein Leben von aussen und engagiere mich eine Zeit lang nur so sehr, dass ich gerade meine wichtigsten Tätigkeiten gewissenhaft erfülle. Die dadurch frei gewordene Zeit verbringe ich dann abwechslungsreich mit Familie, Freunde, Sport, Seele baumeln lassen bei einem Mikrourlaub, einem netten Dinner, guter Musik usw. - das schafft neue Energie und sollte somit vom Unternehmen auch akzeptiert und wenn es der Geschäftsverlauf erlaubt sogar gefördert werden.
Gibt es Situationen, bei denen du beobachtest, dass sie deine Zufriedenheit immer wieder negativ beeinflussen? Wie gehst du mit wiederkehrenden Störfaktoren um?
Nóra Erhardt: Eigentlich nicht, sobald ich merke, dass mich wieder etwas ärgert, gehe ich wie oben beschrieben auf Distanz und konzentriere mich auf andere Sachen. Es ist auch wichtig, dass man sich nur soweit engagiert und emotional hineinsteigert, bis man keinen Dank erwartet - klingt zwar egoistisch, bringt aber im Endeffekt jedem das meiste. Man schafft etwas für sich und andere und erwartet keinen Dank und keine Anerkennung - dann ist jedes Danke ein Geschenk und somit ein positives Erlebnis.
Wie schaffst du es, im Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie deinen Z-Faktor hoch zu halten?
Nóra Erhardt: Erstmals möchte ich meine Hochachtung allen Menschen aussprechen, die neben familiären Verpflichtungen (Kinder, alte Eltern, vielleicht kranke Verwandte in Pflege, etc) in ihrem Beruf täglich top Leistungen bringen und mit jungen Menschen, die keinerlei Verantwortung und Probleme haben, mithalten. Ab einem gewissen Alter wird eine gut funktionierende Partnerschaft für jeden sehr wichtig (der gesellschaftliche Druck auf junge Menschen ist hier auch nicht zu unterschätzen), später kommt noch der Kinderwunsch, der heutzutage für Frauen mit Karriereambitionen sicherlich ein zentrales Thema ist. Da ich noch keine eigene Familie habe, genieße ich es sehr, wenn ich mal nach stressigen Wochen ausschlafen kann und Zeit habe, die ich einfach so verbringe, wie es mir in dem Moment am besten gefällt. Als Vorbereitung auf die spätere Familienverantwortung versuche ich aber auch mal im privaten Bereich an meine Grenzen zu gehen - und freue mich dann immer, dass es noch etwas dauern wird, bis diese Verantwortung tatsächlich mit allen Höhen und Tiefen Realität wird.
Hast du einen ganz speziellen Tipp für uns, wie du persönlich zu Ruhe und Zufriedenheit findest?
Nóra Erhardt: Wichtig ist mit sich selbst im Reinen zu sein - auch wenn Ereignisse im Umfeld es notwendig machen, zu reflektieren und das eigene Handeln und Wertegerüst auch mal kritisch zu hinterfragen. Man sollte sich in seiner eigenen Haut wohlfühlen (Zufriedenheit sowohl mit dem Aussehen als auch dem Charakter, Lernfähigkeit und Humor helfen da sehr!) Was mir konkret in stressigen Momenten hilft, ist unterschiedlich: meistens ist es etwas, was ich alleine machen kann und dabei wenig reden (geben) muss - ein kleiner Zwischenstop auf einen Kaffee, ein Eis, ein kurzer Spaziergang, etwas Gutes kochen oder ein nettes Gespräch mit einer fremden Person, die nichts von mir erwartet - einfach etwas, was ein bisschen neues Lebensgefühl, ein Stück Selbstverwirklichung der anderen, privaten Art gibt.
Herzlichen Dank für deine Antworten!
Mag. Nóra Erhardt ist tätig im Bereich Vertrieb Medizintechnik bei Boston Scientific.
In der Reihe ‘Z-Fragebogen’ veröffentlichen wir die Antworten auf fünf Fragen rund um das Thema “Mehr Zufriedenheit in Job und Familie”. Die Idee dahinter: Zufriedenheit ist ansteckend, Zufriedenheit ist erlernbar! Die Antworten sollen den Lesern Anregungen geben, über ihren eigenen Z-Faktor nachzudenken und zu mehr Zufriedenheit zu finden.
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— Alexandre Dumas
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